Gesundheit statt Profite: Wie können wir die Industrien für Tabak, Alkohol und Lebensmittel regulieren?
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Rund 140 Milliarden Euro - so hoch sind die Kosten, die das Ernährungssystem in Deutschland in den Bereichen Umwelt und Gesundheit verursacht. Treiber sind vor allem die Fleischproduktion und der Konsum von Zucker und hoch verarbeiteten Lebensmitteln. Tabakprodukte verursachen gesundheitliche Folgekosten von rund 90 Milliarden Euro pro Jahr. Die durch Alkoholkonsum verursachten volkswirtschaftlichen Kosten betragen rund 57 Milliarden Euro pro Jahr
Dies sind nur die Zahlen für Deutschland. Nicht eingerechnet ist die Umweltzerstörung, die Gesundheitsschäden und die sozialen Folgen, die der Anbau von Tabak sowie von Futter für die Tierzucht im Globalen Süden verursachen. Auch die sozialen Folgen von Drogensucht und Krankheit sind nicht eingerechnet.
Gleichzeitig übersteigt der Umsatz einiger global operierender Unternehmen das Bruttoinlandsprodukt ganzer Staaten. Die us-amerikanische Supermarktkette Walmart etwa ist auf Platz der zehn der umsatzstärksten wirtschaftlichen Player - vor Ländern wie Spanien, den Niederlanden und Südkorea. Diese wirtschaftliche Macht demokratisch nicht legitimierter, profitorientierter Akteure führt dazu, dass politisches Handeln, das Gesundheit und Umwelt schützt, verhindert oder erschwert wird. Beispiele hierfür sind Klagen von Unternehmen gegen Staaten, die gesundheitsschädliche Produkte wie Tabak regulieren wollen. Aber auch systematische Steuervermeidung und die Finanzierung von Studien, die die wissenschaftliche Basis von Gesundheits- und Umweltschutz in Fragen stellen.
Wie an den eingangs genannten Zahlen zu sehen ist, ist diese Schieflage nur für wenige profitabel und für die meisten ein Minusgeschäft - gar nicht zu sprechen von dem Leid, das sie verursacht.
In unserem Webinar diskutieren wir mit Akteuren aus Deutschland, Mexiko, Nigeria, Bagladesch und Schweden darüber, wie dieser Schieflage durch staatliches Handeln und zivilgesellschaftliches Engagement begegnet werden kann.
Geplanter Ablauf:
Inputs zum Einstieg:
- Commercial Determinants of Health – was Tabak, Ernährung und Alkohol gemeinsam haben - N.N.
- Best Practice: Das Gesetz für eine angemessene und nachhaltige Ernährung in Mexiko. – Andrea Arango Angarita, Instituto de Salud Pública
In Bangladesch, Nigeria und Schweden gibt es unterschiedliche Erfahrungen mit der Regulierung dieser Branchen.
Dazu hören wir folgende Diskussionsbeiträge:
- Regulierung von Tabakprodukten in Bangladesch - Sushanta Sinha, Journalist
- Regulierung von Transfetten in Nigeria - Philip Jakpor, Renevlyn Development Initiative
- Regulierung von Alkohol in Schweden – N.N.